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Fasskeller

Die Keller der Bischöflichen Weingüter Trier liegen direkt unter der Altstadt Triers. Sie erstrecken sich über rund 30.000 m² Fläche und lassen sich auf das Jahr 600 n. Chr. zurückführen. Steigt man hinab in die historischen und von den Römern angelegten Gewölbe, bietet sich ein eindrückliches Bild: 240 historische Moselfuder lagern hier zwischen den alten Mauern. Durch den ältesten Teil verläuft eine historische Wasserleitung der Römer, die früher, vor über 1.400 Jahren, direkt zu den Kaiserthermen führte.
Je nach Jahrgang werden etwa vierzig Prozent der Weine durch Kellermeister Johannes Becker in Fuderfässern vergoren und ausgebaut. In diesen 1.000 Liter fassenden Fässern aus Eichenholz vergären die Weine sehr langsam bei kühlen Temperaturen und dies meist mit eigenen Weinbergshefen.

Im Wesentlichen beschränkt sich die Arbeit des Kellermeisters bei diesem sehr traditionellen Ausbau darauf, die Weine fortwährend sensorisch zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt für die Abfüllung zu bestimmen. Rieslingweine, die traditionell in Fudern ausgebaut werden, sind sehr gut strukturiert. Durch den während der Fasslagerung fortwährend in kleinen Dosen eindringenden Sauerstoff sowie den intensiven und langen Kontakt mit den aus der Gärung stammenden natürlichen Hefen sind diese Weine zudem sehr lange haltbar.

Die Fuder aus Wäldern der Pfalz und des Hunsrücks der Küferei Hösch, eine der wenigen noch aktiven Küfereien Deutschlands, kommen beim Riesling aber auch bei Weißburgunder und den roten Sorten zum Einsatz. Den Weinen wird besonders viel Zeit und Ruhe zur natürlichen Reife und Harmonisierung gegeben. Spät- und Auslesen aus Fudern werden erst im Juni bis August des auf die Ernte folgenden Jahres auf Flaschen gezogen.

Dabei geht es bei dem Einsatz der Fuder, die über viele Jahrzehnte jedes Jahr im Herbst aufs Neue mit frischen Mosten befüllt werden, nicht darum den Wein mit aus dem Holz stammenden Aromen zu aromatisieren, wie dies bei den vielfach eingesetzten getoasteten Barriquefässern mit etwa 225 Litern Inhalt der Fall ist. Sondern im Gegenteil, bei diesem Ausbau werden die typischen und je nach Lage und Jahrgang unterschiedlich ausgeprägten fruchtig-aromatischen Komponenten der Rieslingrebe bis zur Flaschenfüllung und viele Jahre darüberhinaus erhalten.

Die übrigen Trauben werden genauso fachmännisch und qualitativ hochwertig in Edelstahltanks vinifiziert. Die Qualität der Weine ist hierbei ebenso hoch wie beim Ausbau in den Fudern. Lediglich der Weintypus ist ein anderer.