Hohe Domkirche

Zu den Weinbergen der Hohen Domkirche gehören 27 Hektar, davon rund sechs Hektar in einer besonders wertvollen Lage: dem Scharzhofberger an der Saar. Alle Trauben, die an der Saar geerntet werden, werden auf dem legendären Alten Scharzhof in Wiltingen gekeltert.

Die Geschichte des Trierer Doms, der ältesten Kirche Deutschlands und der ältesten Kathedrale nördlich der Alpen, reicht bis in die Anfänge des Christentums zurück. Kaiser Konstantin, der den verfolgten Christen im 4. Jahrhundert erstmals Religionsfreiheit gewährte, ließ unter Bischof Agritius in den Jahren 310 bis 320 die erste große Basilika in Trier errichten. Der Bau galt damals als die größte Kirche des Römischen Reiches.

Die Geschichte des Doms ist von jeher eng mit dem Weinbau verbunden. Dokumente aus dem Jahr 1249 belegen, dass die Mitglieder des Erzbistums während der Weinlese von ihren religiösen Verpflichtungen befreit waren.

Informationen zum Scharzhof

Der Scharzhofberg zählt zu den besten Weinlagen Deutschlands. Das historische Gebäude an der Scharzhofstraße bei Wiltingen befindet sich seit 1851 im Besitz der Hohen Domkirche. Was kaum einer weiß: Nicht nur die Weine, auch die Geschichte des Scharzhofs ist legendär und reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück.

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1030 vermachte Propst Adalbero dem Trierer Kloster St. Maria ad Martyres gut fünf Hufen Land.

1239 wird in alten Aufzeichnungen erstmalig ein zum Hof gehörendes Kelterhaus erwähnt, das 1905 jedoch abgerissen wurde.

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1314 erhielt das Kloster vier Morgen Weinberge, die sich vermutlich auf dem Scharzhofberg befanden. Der von der Benediktinerabtei St. Marien 1719 neu erbaute Scharzhof wurde im Zuge der Säkularisation 1801 in Luxemburg von Johann Jakob Koch,

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einem Mitglied des aufgehobenen Benediktinerkonvents, im Auftrag seines Abtes Placidus Mannebach ersteigert. Koch, der in der Pfarrei Wiltingen seelsorglich tätig war, erfüllte den Auftrag, heiratete aber wenige Jahre später seine Haushälterin und vertrieb seine

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früheren Mitbrüder aus dem Weingut, das er für sich behielt.

Die vermutlich um ein Quereinhaus und Nebengebäude erweiterte Bauanlage wurde nach Kochs Tod 1829 geteilt.

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Der Alte Scharzhof wurde von Clara Koch, die den väterlichen Bruch des Zölibats wiedergutmachen wollte, an die Hohe Domkirche verkauft. Der neue Teil blieb im Besitz der Familie Müller-Koch, die es bis heute als Weingut und Wohnsitz nutzt.

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